Donnerstag, 23. April 2009

Film des Tages: Linie 1

Im Gedenken an die viel zu früh verstorbene Inka Groetschel entmotte ich diese Kategorie mal wieder.

Der heutige Film ist also ihr größter Erfolg, Linie 1.
Linie 1
Schönstes Zitat: "Leben ist hoffen bis zum letzten Augenblick". "Kaputtgehen ist das allereinfachste" ist aber auch nicht übel. Oh, und als Berliner darf man "Gott segne unser dickes Fell" auch nicht vergessen. In manchen Bereichen schockt einen wirklich nichts, wenn man hier aufgewachsen ist.
Beste Szene: Marias Lied, "Du bist schön auch wenn du weinst". Zwar zu viel Selbstmitleid (das ist überhaupt das Wort schlechthin, wenn es um Maria geht - siehe unten), aber trotzdem unheimlich schön.
Lieblingsfigur: Maria. Gut, sie badet ein wenig zu sehr in ihrem Selbstmitleid und geht zu pessimistisch ans Leben heran, aber ihr Bedürfnis, für jemanden wichtig zu sein, gefällt mir.
Größte Überraschung: Dass ein deutscher Musicalfilm so gut sein kann. Das realistische Casting (sogar nach über 20 Jahren sehen sämtliche Leute und insbesondere die Bouletten-Trude so aus, als hätte man sie einfach aus Berliner Currywurstbuden weggefangen) ist ebenfalls erstaunlich, genauso wie die Original-Schauplätze. Dass damals Schlesisches Tor eine Endhaltestelle war ist ja schon merkwürdig genug, aber dass die alte Halle vom Bahnhof Zoo sich seit damals überhaupt nicht verändert hat, hat mich schon ein wenig überrascht.
Endergebnis: 9 von 10 Wilmersdorfer Witwen.
Nicht-Berliner haben wahrscheinlich weniger Spaß an dem Film als "Eingeweihte" (allein die Szene, als Sunnie den Waggon betritt und freundlich "Guten Morgen!" sagt ...), aber gefallen sollte er eigentlich jedem. Ich hatte ja das Schlimmste erwartet (die 80er und ich passen nicht wirklich zusammen), aber dieser Film ist trotz kleiner Makel (Achselhaare!) einfach nur klasse.
Wieso gibt es nicht mehr deutsche Musicals?

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