Samstag, 27. März 2010

Risikiogruppe vs. Verweigerte Hilfeleistung

Schlimm genug, dass man als Schwuler oder als Lesbe kein Blut spenden darf.
Was ich eben festgestellt habe: Organspender kann man ebenfalls nicht sein. Wegen Krankheiten, die ich eher bei jedem 0815-Hetero-Geschäftsreisenden vermuten würde der sich ab und zu mal eine Hure aus der Hotelbar mit aufs Zimmer nimmt, als bei jeder 0815-Schwuppe.
Aber als Schwuler oder Lesbe hat man ja sowieso promiskuitiv, untreu und dämlich zu sein, wenn es nach dem anscheinenden Weltbild dieser Verantwortlichen geht.

Allein die Unterstellung, ich würde als schwuler Mann diese oder jene Geschlechtskrankheit haben (oder zumindest wahrscheinlicher als Heteros) weil ich bestimmt permanent ungeschützt durch die Gegend vögeln würde ist ja schon eine absolute Unverschämtheit, aber die eigentliche Auswirkung dieses Verbots ist noch viel krasser: Wegen dieser lächerlichen Vorurteile bekommen jeden Tag Menschen nicht die dringend benötigten Organe und sterben.
Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass die Organe der spendenden Person gesund sind, nicht viel anders ist als bei Heteros.
Wegen ein paar Schwachköpfen mit Vorurteilen aus dem Mittelalter.
Und obwohl man die Organe und das Blut auf die befürchteten Krankheiten testen könnte um zu sehen, ob der Spender auch als solcher in Frage kommt.
Danke, WHO.
Super Leistung.

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5 Kommentare:

Daniela hat gesagt…

Bitte versteh mich jetzt nicht falsch.
Die WHO denkt global. Und global (und durchschnittlich) gesehen, sind Homosexuelle nun mal in einer anderen Risikogruppe als Heteros.
Das es auf beiden Seiten Ausreißer egal wie geben kann, ist klar.
Und das sich da jemand betroffen fühlt, kann ich auch nachvollziehen.

Lebenskoffer hat gesagt…

Und bei Heteros werden Organe und Blut nicht durchgetestet, bevor man sie weiterverwendet?
Ich sehe einfach nicht die Notwendigkeit, das so zu klassifizieren.

Daniela hat gesagt…

Ich glaube, das Risiko liegt nicht in der Homosexualität an sich, sondern an der Anzahl der Sexualpartner des jeweiligen Menschens.
Die Schwulen, die ich kenne (und nein, das bist nicht nur Du :D), haben eine um einiges höhere Zahl. Falls Du Dich an unser Zahlenspielchen erinnerst. ;)
Ich bin ja auch bei der DKMS registriert und kam einmal quasi in den "Recall", also die Werte passten und es wurde genauer untersucht. Da war auch die Frage nach der Anzahl der Sexpartner im Fragebogen.

Lebenskoffer hat gesagt…

Dann ist das aber ziemlich riskant, wenn die sich quasi auf die Angabe des Spenders verlassen.
Ich meine man kann sich beim ersten Partner Hepatitis oder schlimmeres einfangen, oder mit 500 Leuten ins Bett steigen und trotzdem gesund sein.
Aber egal, an diesen Kriterien kann ja keiner von uns was ändern.

Lars hat gesagt…

Hallo,
das stimmt so nicht. Ausgeschlossen sind als eine Risikogruppe homosexuelle und bisexuelle Männer.
Lesbische Frauen hingegen dürfen Blut spenden, weil sie logischerweise am wenigsten gefährdet sind sich mit HIV anzustecken.
Das homo- und bisexuelle Männer nicht spenden dürfen hat zum einen damit zutun das sie in Deutschland die meisten HIV Fälle ausmachen und durchschnittlich am meisten Sexpartner haben.
Ob diese Regelung fair ist, ist natürlich eine andere Frage